Nadja Trauner Nadja Trauner

Blog · 30. September 2024 · 3 Min

Lena und die Macht des Reagierens

Eine Geschichte über das Sakralzentrum

Lena und die Macht des Reagierens

Lena war ein Mädchen voller Energie. Jeden Abend, wenn sie ins Bett ging, hatte sie tausend Ideen für den nächsten Tag. Doch als sie aufwachte, war sie ganz kribbelig. Sie saß am Fenster und schaute in den Garten. Da war das Baumhaus, das sie streichen wollte. Die Blumen, die sie für Oma pflücken könnte. Das Fahrrad, mit dem sie zum Spielplatz fahren wollte. Aber irgendwas fühlte sich komisch an. Sie konnte sich einfach nicht entscheiden. Frustriert stapfte sie nach unten.

Während sie im Garten hin und her lief, merkte ihre Mama, dass etwas nicht stimmte. „Lena, du siehst aus, als wärst du hin- und hergerissen. Was ist denn los?“, fragte sie freundlich.

„Ich weiß einfach nicht, was ich zuerst tun soll“, antwortete Lena frustriert. „Ich will so vieles machen, aber irgendwie weiß ich nicht recht, womit ich beginnen möchte.“

„Weißt du, Lena“, sagte ihre Mama, „du musst gar nicht alles auf einmal entscheiden. Als Generator hast du eine besondere Kraft – aber die zeigt dir den Weg erst, wenn du reagierst. Komm, wir spielen ein Spiel. Ich stell dir ein paar Ja-Nein-Fragen, und du hörst dabei auf deinen Bauch. Spür mal, was dein Sakralzentrum sagt – ein JA oder ein NEIN.“

Lena nickte neugierig. „Okay, ich probiere es.“

Ihre Mama begann: „Möchtest du die Blumen pflücken und einen Strauß für Oma machen?“

Lena schloss die Augen und spürte in ihren Bauch hinein. Es fühlte sich leer und schwer an. „Nein“, sagte sie zögernd. „Das fühlt sich nicht richtig an.“

„Gut, dann machen wir weiter“, sagte ihre Mama. „Möchtest du eine Fahrradtour zum Spielplatz machen?“

Lena spürte wieder hinein. Auch diesmal: nichts. Ihr Bauch sagte wieder „Nein“. „Nein, das will ich auch nicht“, sagte sie ein bisschen enttäuscht.

Ihre Mama lächelte. „Siehst du, das ist völlig okay. Dein Bauch zeigt dir den Weg. Nächste Frage: Möchtest du das Baumhaus mit den neuen Farben streichen?“

Lena hielt inne, und diesmal spürte sie ein warmes, freudiges Gefühl in ihrem Bauch. Es war, als würde ihr ganzer Körper „Ja!“ rufen. „Ja, das will ich!“, rief sie aufgeregt und rannte los, um Pinsel und die Farben zu holen.

Den ganzen Nachmittag strich sie das Baumhaus. Sie sprudelte vor Energie und vergaß die Zeit. Am Abend, als das Baumhaus in frischen Farben leuchtete, setzte sie sich hin und betrachtete ihr Werk.

„Das hat richtig viel Spaß gemacht! Ich wollte gar nicht mehr aufhören!“, sagte sie stolz zu ihrer Mama. „Ich bin froh, dass ich gewartet habe, bis mein Bauch mir gesagt hat, was ich wirklich tun will.“

Ihre Mama lächelte und nickte. „Genau, Lena. Manchmal ist es genauso wichtig, ein 'Nein' zu hören, wie ein 'Ja'. Dein Bauch weiß, was gut für dich ist. Du musst nur auf die richtigen Fragen warten.“

Reflexionsfragen für dein Kind:

  1. Hast du schon einmal gespürt, dass du etwas nicht tun willst, obwohl du zuerst dachtest, es könnte Spaß machen?
  2. Wie fühlt sich ein 'Nein' in deinem Bauch an? Kannst du dieses Gefühl beschreiben?
  3. Warum ist es wichtig, manchmal auf ein 'Nein' zu hören, bevor du weitermachst?
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