Als kleines Mädchen hatte Lisa eine große Angst: ihre Eltern zu enttäuschen. Also sagte sie zu allem JA. Zu jeder Bitte, jedem Vorschlag – auch zu den Dingen, die sie eigentlich gar nicht wollte. Hauptsache, sie machte es allen recht.
Ihre Eltern wollten, dass sie immer ihr Bestes gibt. Dass Lisa dabei ständig über ihre Grenze ging, merkten sie nicht. Und sagte das Mädchen einmal „nein“, fühlte sie sich sofort schuldig. Sie spürte die Enttäuschung der anderen, die Traurigkeit, manchmal den Zorn. Und tief drin diese Angst: Was, wenn sie mich dann nicht mehr lieben? Wenn sie mich einfach im Stich lassen?
Das Mädchen fühlte sich immer wieder unter Druck gesetzt, hatte jedoch nie die Energie, wirklich für sich selbst einzustehen. Selbst wenn sie anderer Meinung war als ihr Umfeld, hatte sie Angst es auszusprechen und die Gefahr einzugehen, ihre Eltern, aber auch Freundinnen oder Lehrer*innen, zu enttäuschen.
Mit der Zeit lernte Lisa, kleine Notlügen zu erfinden, um sich aus der Affäre zu ziehen, sie hatte eine tiefsitzende Angst vor Konfrontationen und auch wenn sie nicht wusste, warum sie so fühlte, blieb es bis ins Erwachsenenalter bestehen.
Also zog sie sich zurück. Immer weiter. Denn allein, das hatte sie gemerkt, war sie all diesen Gefühlen nicht ausgesetzt. Bis sie eines Tages durch Zufall über Human Design stolperte – und erfuhr, dass sie einen offenen Solarplexus hat. Der eine Satz, der bei ihr alles drehte: „Es sind nicht deine Gefühle!“ Langsam verstand Lisa, warum ihr das Nein-Sagen immer so schwerfiel. Warum sie vor den Gefühlen anderer regelrecht Panik bekam und sich deshalb komplett verkroch.
Sie lernte, sich emotional abzugrenzen. Sich aus dem Gefühlssog der anderen wieder rauszunehmen. Sie schaute sich viele alte Themen an und lernte sich selbst dabei Stück für Stück besser kennen.
Heute kann Lisa die Emotionen anderer sehen, annehmen – und wieder gehen lassen. Sie reitet auf den Wellen ihres Umfeldes, statt von ihnen überrollt zu werden. Sie spürt Freude, Wut, Trauer. Und sie sagt „nein“, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt, ohne sich danach schlecht oder „nichts wert“ zu fühlen.
Und das ist nur EIN Beispiel, wie sehr Human Design dein Leben drehen kann. Wenn du noch nicht weißt, ob dein Emotionszentrum definiert oder offen ist, berechne dir hier deinen Chart.